Dienstag, 28. Februar 2017

Das Glück der Dankbarkeit






Die meisten Menschen haben eine ziemlich konkrete Vorstellung von Glück. Sie glauben dies und das zu brauchen um glücklich zu sein. Sie häufen unendlich viele Dinge an, um glücklich zu sein. In ihren Köpfen sind Gedanken wie: Ohne eine Beziehung kann ich nicht glücklich sein, ohne meinen täglichen Sport kann ich nicht glücklich sein, ohne das neue Auto, das I-Phone, die teuren Schuhe, den tollen Job, den Urlaub in Indien, kann ich nicht glücklich sein, und so weiter. Es gibt unendlich Vieles von dem Menschen glauben es zu ihrem Glück zu brauchen. Sie glauben all das wäre wichtig um Zufriedenheit zu erlangen. Und sie sind unzufrieden und unglücklich wenn sie es nicht haben oder wenn es ihnen genommen wird. Manche sind sogar noch unzufrieden wenn sie all das haben, was sie zu ihrem Glück zu brauchen glauben.

Alles Vorstellungen von Glück. Aber oft sind es genau diese Vorstellungen von Glück, die verhindern, dass wir Glück empfinden. Jede dieser Vorstellungen ist eine Art Brett vor dem Kopf. Vorstellungen sind Hindernisse auf dem Weg zum Glück. Sie verstellen uns den Blick auf das, was wir bereits haben.

Wenn wir achtsam auf das blicken was wir haben, dann ist unser Blick unverstellt. Er gleitet über das, was wir haben und verliert sich nicht in Wünschen und Begierden, die unerfüllt sind. Wir kommen da an wo wir stehen. Da wo all das Gute und Schöne ist was wir haben und was uns ausmacht. Wir verlieren uns nicht mehr in dem was wir nicht haben oder vielleicht nie haben werden. Wir verlieren uns auch nicht mehr in dem, was wir einst hatten.

Das ist Loslassen. Loslassen ist ein wesentlicher Akt um nicht unglücklich zu sein oder es zu werden.
Loslassen und achtsam auf das zu schauen, was wir bereits haben, ist ein Weg zum Glück. Achtsamkeit hilft uns zu erkennen, wie viel Gutes und Schönes bereits in unserem Leben ist.
Wir sind gesund, welch eine wunderbare Sache. Darüber können wir uns freuen.
Unsere Kinder sind gesund, welch ein Glück. Darüber können wir uns freuen.
Wir sind am Leben und sehen am Morgen die Sonne aufgehen und am Abend sehen wir sie untergehen. Darüber können wir uns freuen.
Wir haben Freunde, welch ein Glück. Darüber können wir uns freuen.
Wir haben uns selbst. Welch ein Glück. Darüber können wir uns freuen.
Wir haben jeden Tag die Chance, anderen etwas Gutes zu tun. Welch ein Glück. Darüber können wir uns freuen.

Da wo die Freude ist, an dem was wir haben, da liegt das Glück der Dankbarkeit. Da löst sich jeder Gedanke an Mangel auf. Dankbar sein für das was ist, das ist der Schlüssel zum Glück.





Sonntag, 26. Februar 2017

Eine Brücke bauen ...






"Ich habe es satt, alleine zu sein". Dieses Gefühl kennen immer mehr Menschen. Auch ich kenne es. Es ist ein äußerst erdrückendes Gefühl. In diesem Alleinsein sind wir focusiert auf uns selbst. Wir fühlen uns, als seien wir allein auf der Welt, als könnten wir es nicht alleine schaffen, als könnten wir das Leben alleine nicht bewältigen. Und immer öfter fragen wir uns besorgt, was mit uns geschieht, wenn sich das niemals ändert.

Die destruktiv wirkende Antwort auf diese Besorgnis ist:
Angst, Panik, Ohnmacht und an manchen Tagen eine bodenlose Verzeiflung.

Die hilfreiche Antwort auf diese Besorgnis ist:
Es gibt andere wie mich, denen es ebenso geht, die sich genauso alleine fühlen, wie ich mich fühle.
Die tiefe Erkenntnis daraus ist:
"Du bist nicht allein auf der Welt."

Die hilfreiche Handlung aus dieser Erkenntnis ist:
Verbinde dich mit diesen Menschen. Mach du den Anfang, teile dich mit, sprich aus wie du dich fühlst und du wirst erstaunt sein, wie viele genauso fühlen wie du.
Auf diese Weise können wir eine Brücke bauen, zu diesen Menschen hin und mit ihnen kommunizieren.

Wir alle können voneinander lernen.
Wir müssen nicht allein sein.
Wir können uns öffnen und die Erfahrung machen, dass wir nicht alleine sind.
Natürlich erfordert das Mut.
Aber was kann schon passieren, außer dass wir genau dort bleiben wo wir sind?
Allein mit unseren Gefühlen.
Wenn wir etwas so lassen, wie es ist, dürfen wir uns nicht wundern, wenn es so bleibt, wie es ist.

Namaste Ihr Lieben

Freitag, 24. Februar 2017

Was uns zufrieden macht


Zufriedenheit fühlt sich gut an, aber sie ist kein Gefühl. Sie ist eine innere Haltung. Wenn wir uns selbst betrachten und unser Leben, auch mit all dem Unerfüllten, was da ist, und sagen können: Es ist gut so!, sind wir zufrieden. Zufriedenheit ist nicht das Gleiche wie Glücklich sein. Der zufriedene Blick auf unser Leben, hängt nur zu einem geringen Teil davon ab, wie wir uns gerade fühlen. Wir können traurig sein, oder wütend, oder uns einsam fühlen und dennoch zufrieden sein mit dem, was wir haben, weil wir begreifen, dass Trauer und Leid, Ärger und Verzweiflung eben auch ihren Platz im Leben haben und das akzeptieren, anstatt zu jammern und uns vom Leben ungerecht behandelt zu fühlen.

Wir können die leidige Frage, die ich immer wieder höre, wenn Menschen Ungutes erleben müssen: Warum ich?, lassen und die Gegenfrage stellen: Warum nicht ich?
Wir haben mit dem Eintritt in dieses Leben nicht nur das Glück gebucht, sondern das ganze Paket, all inclusive. Viele Menschen scheinen das aber zu glauben und sind zutiefst frustriert, dass sie nicht genug vom Glück abbekommen, das ihnen ihrer Meinung nach zusteht. Glück lässt sich wenig beeinflussen, es fällt uns meist zu, Zufriedenheit schon. Zufriedenheit hat viel mit Bewusstsein zu tun. Unzufriedenheit entsteht aus der Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Zufriedenheit schlägt die Brücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
Was erwarte ich von meinem Leben?
Was waren meine Träume, als ich jung war und welche dieser Träume habe ich verwirklicht?
Wie viel von dem, was ich verwirklichen oder in die Welt geben wollte, ist mir gelungen?
Bin ich der, der ich sein wollte und sein will?
Fühle ich mich gut mit mir selbst?
Akzeptiere ich mich so wie ich bin, auch mit meinen kleinen oder größeren Neurosen?
Bin ich mit dem Gesamtbild meines Lebens, wenn ich es über den Lauf der Zeit betrachte, einverstanden?
Oder ist es so, dass ich das, was mir wertvoll und wichtig war niemals erreicht habe und darunter leide?
Wie zufrieden wir sind zeigt uns das Ergebnis dieser Bestandsaufnahme.
Je mehr wir von dem, was uns wichtig ist, verwirklichen konnten und noch verwirklichen, desto zufriedener sind wir. Unzufriedenheit entsteht bei den meisten Menschen, wenn sie die letzte Frage mit einem Nein beantworten müssen.

Ein zufriedener Mensch ist ein einverstandener Mensch - einverstanden mit sich selbst. Mit sich selbst zufrieden zu sein ist die Basis dafür um auch mit dem Leben zufrieden zu sein. Darum ist es so wichtig wie wir uns selbst sehen, wie unser Selbstbild beschaffen ist. 

Sind wir mit diesem Bild zum größten Teil einverstanden und wünschen uns nicht etwas zu sein, was wir nicht sind, kommen wir mit uns selbst gut aus. Wir mögen uns die meiste Zeit. Wir erkennen unsere Eigenschaften und Fähigkeiten an und machen das Beste daraus. Wir beneiden andere nicht darum was sie besser können oder dafür was sie mehr haben oder mehr im Leben erreicht haben. Wir erkennen unsere Grenzen an und überfordern uns nicht mit unrealistischen Wünschen an die Wirklichkeit. Und wir geben, was wir zu geben haben, uns selbst und anderen.

Unzufriedene Menschen wünschen sich weg von dem was ist, sie wünschen sich in ein anderes Leben von dem sie oft nicht einmal wissen, was sie dort suchen.
Sie sind weder mental noch mit dem Herzen in dem Leben zuhause in dem sie sich aufgrund eigener Entscheidungen befinden. Sie denken ständig sie hätten mehr verdient, mehr erreichen können, mehr Erfolg, mehr Geld, mehr Ansehen, mehr Macht haben können. Sie bereuen viel und bejammern sich selbst viel und sie sind blind für das, was sie haben. Ihr Leben ist ein breiiger Sumpf chronischen Mangels.

Ein zufriedener Mensch ist in der Lage zu sehen was er hat und es wertzuschätzen und er ist, wenn es nötig ist, in der Lage seine Ansprüche zurückzuschrauben. Wenn er meint es fehlt ihm etwas Wesentliches, arbeitet er an dem was ihm fehlt, egal ob im eigenen Inneren oder im Außen, ohne Kampf, sondern mit Neugier und Zuversicht.
In der Psychologie spricht man vom offensiven und vom defensiven Weg zur Zufriedenheit: Beim offensiven Weg bemühen wir uns zu bekommen was wir erreichen wollen um mehr Zufriedenheit zu gelangen. Beim defensiven Weg werden wir zufriedener dadurch, dass wir unsere Ansprüche an uns selbst und das Leben zurückschrauben.
Für welchen dieser beiden Wege wir uns auch entscheiden, wir können selbst viel dazu beitragen zufriedener zu leben. Schaffen wir das, stellt sich Gelassenheit ein und eine tiefe Dankbarkeit. Die zu spüren, macht bisweilen sogar glücklich.

Mittwoch, 22. Februar 2017

Veranwortung und Verantwortungslosigkeit

Foto: AW


Heute morgen dachte ich aus einem bestimmten Grund an diesen Text aus dem kleinen Prinzen. Für mich ist sie die schönste und tiefste Stelle des ganzen kleinen Buches.
"Adieu", sagte der Fuchs. "Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
"Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar", wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.
"Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig."
"Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe ...", sagte der kleine Prinz, um es sich zu merken.
"Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen", sagte der Fuchs. "Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich ..."
"Ich bin für meine Rose verantwortlich ...", wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

Verantwortung ist ein großes Wort.
Zu groß für manche Menschen um sie zu leben. Wie leicht schleichen sich Menschen aus der Verantwortung. Sie werfen sie ab wie ein zu eng gewordenes Kleidungsstück, das sie am Verfolgen ihrer eigenen Bedürfnisse hindert. Wie viele Mütter und Väter sind verlassen worden und werden tagtäglich verlassen und mit ihnen ihre Kinder. Mit dem Verlassen wird nicht selten auch die Verantwortung fallen gelassen.

Warum können Menschen das tun?
Sie können es tun, weil sie kein Gewissen haben, weil ihre eigenen Interessen und ihr eigenes Leben für sie mehr zählt als das kleine Leben wofür sie einst Verantwortung übernommen haben. Sie können es tun, weil sie kein Rückgrat haben, keine Empathie und keine Moral. Und sie können es tun und es sich vielleicht sogar noch schön reden und tausend Argumente dafür finden, dass sie so handeln, weil es ja den Anderen gibt, der dann ihren Teil der Verantwortung mitträgt.
Wer seine Kind oder seine Kinder alleine groß zieht oder groß gezogen hat, weiß wie schwer es ist und wie viel Verantwortung es über lange lange Zeit bedeutet.

Und man ist allein damit. So allein wie die verlassenen Kinder, die das niemals vergessen werden, das Verlassen worden sein. Was sie lernen ist im Zweifel, dass die Sache mit der Verantwortung keine große Bedeutung hat, denn ein Erwachsener, dem sie vertraut haben, hat es ihnen ja bewiesen. Er hat ihnen vorgelebt, dass es möglich ist. Er hat ihnen zweierlei Bürden hinterlassen: Das Verlassen werden und das Fallen gelassen werden, indem er sich aus der Verantwortung stahl. Ein ungutes Erbe mit dem viele Menschen ein Leben lang zu kämpfen haben. Es ist schwer für diese Menschen später selbst Verantwortung zu übernehmen, denn sie sehen auch wie schwer es ist für den Einen, der das für sie getan hat.

Was Verantwortung ist lernen wir, wir lernen es von den Menschen, die uns das Leben geschenkt haben. Und wir lernen es nur, wenn wir verantwortungsbewusste Vorbilder haben.
Verantwortung ist ein großes Wort und es erfordert Größe, von dem, der bereit ist sie zu tragen. Große Menschen tragen Verantwortung. Sie denken gar nicht darüber nach sie jemals fallen zu lassen.
Die Konsequenz, mit der das Leben uns Menschen zur Verantwortung zieht, ist immer konstruktiv. Es stellt uns immer vor die Wahl. Wir können wählen, ob wir eine Verantwortung übernehmen oder ob wir die Verantwortung zu umgehen versuchen. Übernehmen wir die Verantwortung wird das Leben uns belohnen. Umgehen wir sie, wird das Leben uns vor Aufgaben stellen, die schwerer zu lösen sind.

"Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen", sagte der Fuchs. "Aber du darfst sie nicht vergessen.

Montag, 20. Februar 2017

Wir klingen und präsentieren uns wie wir gestimmt sind







Menschen entscheiden in Sekundenbruchteilen intuitiv darüber, ob sie andere sympathisch und überzeugend finden. Der erste Eindruck stellt die Weichen dafür ob die Kommunikation, gleich welcher Art, gelingt.

Füllwörter wie - “ja“, „ne“, „eh“ oder „ also“ oder das Einreden auf andere wie ein Wasserfall, wirken nicht nur störend, sie irritieren unser Gegenüber. Ein ständiges Zappeln mit den Armen, mangelnder Blickkontakt oder eine schlaffe Körperhaltung beanspruchen die Aufmerksamkeit unseres Gesprächspartners so sehr, dass er uns nur eingeschränkt folgen kann. Eine Rede, die vernuschelt oder zu leise gesprochen ist, strengt die Zuhörer an. Eine Präsentation, die wirkt wie eine Schlaftablette, ist ein Präsentationskiller. Ein Date in dem wir nur über uns selbst sprechen, ist das Erste und das Letzte. 

Mit anderen Worten - die Inhalte dessen, was wir sagen, können noch so brillant formuliert sein, wenn Stimme, Mimik, Gestik und Körperhaltung etwas ganz anderes sagen, wirken wir nicht überzeugend und im worst case sogar unsympathisch.

Stimme und Körpersprache sind unsere persönliche Visitenkarte.
Stimme und Körperhaltung verraten viel über den Menschen, der wir sind. Nicht nur, WAS wir sagen, sondern vor allem WIE wir etwas sagen, ist entscheidend dafür, wie man uns wahrnimmt. Wer spricht kann kaum verheimlichen, wie es ihm geht. Wie wir uns selbst fühlen spüren andere über die Art wie wir klingen und sie sehen es uns über die Signale unserer Körpersprache an.

Stimme, Sprechweise, Sprechklang, Haltung, Gestik, Mimik - das ganze akustische und optische Paket unserer Person sendet auf der unbewussten Ebene der Kommunikation Signale und bestimmt den ersten Eindruck und damit das Urteil, das andere über uns fällen.

Sprechen und Präsentieren kann man lernen.
Mit einem professionellen Sprech-und Präsentationstraining.
Es gibt viele Sprechtrainer. Was ich anders mache?
Ich habe mein Handwerk gelernt, mein halbes Leben lang spreche ich zu und mit Menschen. Das Entscheidende aber ist: Ich befasse mich mit deiner ganzen Persönlichkeit, mit sicherem Instinkt für das, was du persönlich brauchst, um zu deiner optimalen Stimme, einer angenehmen Sprechweise und der dir entsprechenden Präsenz zu finden.

Mehr Infos findest du hier ...

http://www.wende-praxis.de/5.html

Herzlich
Angelika Wende

















Samstag, 18. Februar 2017

Wenn keiner an dich glaubt, lerne an dich selbst zu glauben





Wer glaubt er muss für alles im Leben kämpfen, wird sein Leben als ständigen mühsamen Kampf inszenieren. Wer glaubt, dass er ein Versager ist, wird immer wieder unbewusst dafür sorgen, dass er versagt, um das Urteil über sich selbst zu bestätigen. Wer glaubt keinen Erfolg zu verdienen, wird keinen Erfolg haben, oder er wird ein Leben lang verbissen darum kämpfen.
All das nennt man eine sich selbsterfüllende Prophezeiung.

Ich könnte jetzt noch viele dieser Beispiele aufzeigen, aber im Kern sind sich alle gleich: Es sind Beispiele für die übelste Art von Selbstsabotage, die Menschen Tag für Tag betreiben, solange sie ihren destruktiven inneren Überzeugungen, die als Glaubensätze daher kommen, Glauben schenken. Auch wenn wir wissen, dass jede Form der Selbstablehnung destruktiv wirkt, das emotionale Gedächtnis kann diese Überzeugungen nicht einfach auslöschen. Um sie zu wissen, hilft also erst einmal nicht um sie auch aufzulösen.

Aber wie lösen wir sie auf?
Wir können diese unguten Glaubenssätze fragen woher sie kommen. Nach einer Weile oder ziemlich schnell werden wir so zu ihrem Ursprung zurückfinden und erkennen: Man hat uns all das, als wir noch ziemlich klein waren, für eine ziemlich lange Zeit eingeredet. Anstatt an uns zu glauben, hat man uns angezweifelt. Ob mit Absicht oder absichtslos, die Wirkung hat nachhaltige, bisweilen sogar lebenslange Folgen.

Glaubenssätze wie: „Du bist nicht liebenswert!“ „Du bist zu nichts zu gebrauchen!", „Du bist ein Versager!“ oder der sich immer wiederholende Satz meiner eigenen Kindheit: „Du bist lebensunfähig!“, sind tief verankerte Botschaften aus dem Mund unserer Eltern, die wir als Kinder verinnerlichen. Sie werden zu Botschaften unserer inneren Eltern und führen noch im Erwachsenenalter dazu, dass wir ihnen Glauben schenken.

Das Traurigste daran ist: Wir fühlen uns so, wir verhalten uns so, wir handeln so wie der, der wir zu sein glauben.
Und damit sitzen wir im Hamsterrad der Selbstabwertung. Darum ist es so wichtig zu wissen, wer das in uns ist, der uns abwertet. Und dann könnten wir diesen Jemand, sprich, den inneren Vater oder die innere Mutter, fragen: Ist das wahr? Sie oder er werden nicken, soviel ist sicher.
Aber dann geben wir nicht auf. Wir fragen weiter: Woher willst du das wissen?
Wir können all die vernichtenden Botschaften solange und wieder und wieder hinterfragen, bis wir ihnen keinen Glauben mehr schenken. Die Erfahrung zeigt, es funktioniert, wenn wir das kontinuierlich jedes Mal, wenn so eine destruktive Botschaft auftaucht, tun. Je öfter wir es tun, desto mehr beginnen wir an uns selbst, unseren Wert, unsere Potenziale und an unsere Fähigkeiten zu glauben. Darum ist es so wichtig, dass wir uns endlich erlauben den inneren Dämonen die Stirn zu bieten und an den Teil in uns glauben, der es gut mit uns meint, egal was die alten Dämonen in unserem Seelenhaus, die noch dazu dumm sind, weil sie nichts dazu gelernt haben in all der Zeit, uns glauben machen wollen.

Wir alle brauchen Menschen, die an uns glauben, nur manchmal hatten und haben wir sie auch im Jetzt nicht. Es ist schon bitter genug, wenn wir sie als Kind nicht hatten, die hinreichend guten Eltern, die uns Vertrauen in uns selbst mitgaben, sind wir als Erwachsene ohne Menschen, die uns mental unterstützen, ist es doppelt bitter. Aber es ist kein Grund aufzugeben. 
Aufgeben ist keine Option. Wenn keiner an dich glaubt, lerne an dich selbst zu glauben.
Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist diesen Glauben in uns selbst zu finden und ihn dauerhaft zu halten, aber genau das ist unsere Aufgabe, wenn uns niemand den Rücken stärkt.

Das emotionale Gedächtnis kann zwar die alte Traurigkeit über das, was man uns Destruktives über uns selbst zu denken beigebracht hat, nicht auslöschen, aber es kann umlernen wenn wir uns unserer Aufgabe stellen und pro aktiv für uns tun, was gut tut und hilfreich ist – weil wir es verdient haben. Und irgendwann werden die negativen Glaubenssätze schwächer und wir werden stärker. 
Ich weiß es. 

Freitag, 17. Februar 2017

Begegnung




Foto: AW

Er saß neben mir auf der Bank. Wie ich genoss er die ersten warmen Sonnenstrahlen in diesem Winter. Er rauchte eine selbstgedrehte Zigarette. Seine Kleider waren sauber, aber man sah ihnen an, dass er sie schon lange trug. Eine Bettlerin kam vorbei und bat um eine Gabe.
Ich habe auch nichts, sagte er, als sie ihm den Becher entgegen hielt.
Über die Bettlerin hinweg sah er mich aus stahlblauen Augen an: Wissen sie, das war mal anders. Es war alles anders, bevor ich den Nervenzusammenbruch hatte. Jetzt bin ich Fünfzig und lebe ich von Sozialhilfe. Ich bin Schreiner. Ich hatte eine Schreinerei. Aber dann haben sie meine Tochter entführt und das habe ich nicht verkraftet.
Das tut mir sehr leid, antwortete ich. Wie ging es aus mit ihrer Tochter, wie geht es ihr jetzt?
Sie haben sie mir wiedergegeben, sagte er. Sie ist mein Liebstes. Es geht ihr gut.
Mein Leben habe ich nicht wieder bekommen.
Ich hab das nicht mehr geschafft. Ich lebe jetzt von Sozialhilfe. Als Selbstständiger bekommen sie dann Sozialhilfe. Aber wissen sie, das Schlimme ist nicht, dass sie kein Geld mehr haben, das Schlimme ist, dass alle, die sich ihre Freunde nannten, dann weg sind.
Die Einsamkeit ist das Schlimmste.
Ich nickte: Ich verstehe sie gut.
Was machen sie denn den ganzen Tag, all die Tage allein?
Ich versuche es mit Selbstliebe, lächelte er.
Und wie machen sie das?
Ich geh angeln, ich bin viel in der Natur. Ich bin gut zu mir und ich verurteile mich nicht dafür, dass ich nicht mehr funktioniere.